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Deutsch-französische Wirtschaftskommunikation – Das interkulturelle Blog +++ Le blog interculturel de la communication économique franco-allemande

Sowohl in Frankreich als auch in Deutschland sind die Feste zum Jahresende wie Weihnachten und Silvester echte Höhepunkte, die in der Regel im Kreise der Familie und mit Freunden gefeiert werden. Leckeres Essen und Geschenke gehören dies- und jenseits des Rheins im allgemeinen zu den Festen dazu. Gute Wünsche werden auch in beiden Länder ausgesprochen. Aber damit hören die Gemeinsamkeiten auch schon bald auf. Wie und was man sich wünscht, unterscheidet sich schon. Während die Deutschen häufig ‘Frohe Weihnachten und ein gesegnetes oder friedliches Fest’ wünschen – ein eindeutiger Bezug zum christlichen Ursprung des Weihnachtsfests, bleibt man im laizistischen Frankreich oftmals allgemeiner und wünscht nur ‘Joyeux Noël’ (Frohe Weihnachten) oder ‘Joyeuses fêtes’ (Gute Wünsche zu den Festen des Jahresendes – gemeint sind Weihnachten und Silvester). (Lire la suite…)

M – das Wochenmagazin der Zeitschrift Le Monde – hat unlängst die Reportage ‘Scènes de ménages’ (auf deutsch: Ehekrach) über deutsch-französische Paare und deren Kommunikationsschwierigkeiten veröffentlicht. Die fangen bei der Sprache an, gehen über die Ess- und Schlafgewohnheiten der Deutschen und Franzosen bis hin zur Kindererziehung und der Rolle der Frau in der Gesellschaft.

Auch wenn es hier nicht um die Kommunikation in der Geschäftswelt geht, kann dieser Artikel für Franzosen, die in Deutschland leben und arbeiten und für Deutsche, die sich in Frankreich niederlassen wollen sehr aufschlussreich sein. Veranschaulicht es doch auf eindrucksvolle Weise, wie oft Kleinigkeiten zu Miss- und Unverständnis führen. Und in diesem Punkt unterscheidet sich das deutsch-französische Berufsleben nicht so sehr vom deutsch-französischen (Ehe)-Alltag. Auch dort sind es oft die als normal und erfolgreich (da praxiserprobt) empfundenen Verhaltens-, Kommunikations- und Managementstile, die beim Partner und Kollegen für Unmut und Unverständnis sorgen können. (Lire la suite…)

In seiner aktuellen Werbekampagne stellt der Autohersteller Ford die Frage nach dem, was typisch für Deutschland ist. Zählen dazu Werte wie Ordnung, Genauigkeit, Perfektion und Fleiss? Oder sind es eher Dinge wie Treue, Tatkraft und Aufrichtigkeit? Und wie interpretieren die heute Zwanzig- bis Dreizigjährigen diese Werte, die doch irgendwie ein bisschen altbacken erscheinen? Auf interessante Weise wird hier mit den Klischees, was das Deutschsein ausmacht gespielt. Auch die dynamische Komponente von Kultur wird auf witzige und anschauliche Weise dargestellt. Werte und deren Interpretation ändern sich mit der Zeit.

Die Frage nach der Nationalkultur und -identität beschäftigt auch immer wieder die Franzosen. So hat der Think Tank Institut Montaigne sich vor geraumer Zeit die Frage gestellt, was es bedeutet, Franzose zu sein: Qu’est-ce qu’être français ?. Die Frage allein hat schon genügt, um für einen gewissen Aufruhr und zum Teil für Unmut unter den Franzosen zu sorgen. Kann sich ein Mensch über eine Nation und seine Staatsbürgerschaft definieren. Interessante Antworten liefern die 19 befragten Personen aus Kultur, Wirtschaft und Politik - übrigens verschiedener Nationalitäten. Und wenn man mal von der Polemik absieht, die eine solche Frage verursachen kann, ist es schon eine höchstspannende Frage, ob und wie man sich über eine Nationalkultur definieren kann, auch wenn dies sicherlich immer nur ein Mosaikstein unter vielen sein kann, wenn man so etwas wie die Identität einer Person oder einer Personengruppe erfassen will.

Letzte Woche stosse ich in einer Gratiszeitung, die in der Lyoner Metro verteilt wird, auf den Artikel mit dem Titel: « Entreprises. Les Allemands boudent les Français« , was soviel heisst wie: « Unternehmen. Die Deutschen schmollen mit den Franzosen. » Der Journalist gibt in dem Artikel die Ergebnisse des ‘Obsérvatoire de l’authenticité’ wieder, das von dem Kommunikationsunternehmen Makheia Group und dem Marktforschungsinstitut Occurence durchgeführt wurde. Die Forscher haben herausgefunden, dass 56% der Franzosen, die Kommunikation deutscher Unternehmen glaubhaft finden, während nur 20% der  französischen Unternehmen Gnade in den Augen der Deutschen finden. Hingegen schenken 40% der Deutschen deutschen Unternehmen ihr Vertrauen; die Franzosen gehen mit den eigenen Unternehmen und deren Kommunikation härter ins Gericht: Nur 26% der Befragten sind bereit, die heimischen Unternehmen zu verteidigen.

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In Analogie zu dem Buch des AFP-Journalisten Jean-Louis De la Vaissière, in dem er der Frage nachgeht, wer die Deutschen sind (Qui sont les Allemands? ), ist es für die Deutschen interessant, eine Antwort auf die Frage zu finden, wer denn eigentlich die französischen Nachbarn sind.

Eine mögliche Antwort auf diese Frage kann man in der neusten IPSOS Flair-Studie finden. Diese Studie erscheint seit 2005 jährlich und versucht immer wieder aufs Neue, eine Bild der französischen Gesellschaft zu zeichnen. Die Studie steht 2013 unter dem Titel: « Chocs et sanctuaires » – Schock und Refugien. Gezeichnet wird darin ein Bild einer Gesellschaft, die zerrissen zu sein scheint. Einerseits wird die Vergangenheit verherrlicht, insbesondere die sog. « 30 Glorieuses », also die 50er bis 70er Jahre, andererseits ist die französische Gesellschaft mindestens genauso krisengeschüttelt wie weite Teile der industralisierten Welt. Erhalten oder aufgeben? Schützen oder Risiken aussetzen?  Grundfragen, die laut der IPSOS-Forscher, die Franzosen bewegen. (Lire la suite…)

Ein Wort – zwei Interpretationen – ein grosses Missverständnis

Als ich Anfang 2000 nach Frankreich umgezogen bin, hörte ich oft, dass Franzosen über sich selbst sagten, sie seien alle Individualisten und die französische Gesellschaft sei sehr individualistisch. Dies löste bei mir zunächst Verwunderung und Befremden aus. Meine Reaktion: « Na, die sind aber doch sehr selbstbewusst und erstaunlich, dass sie sich ständig selbst so loben. » Und unbewusst sah ich schon eines meiner Vorurteile bestätigt: « Franzosen sind arrogant! »
Meine unhinterfragte Interpretation dahinter: Ein Individualist ist ein Mensch, der seine eigenen Ideen hat, für diese eintritt und sie verteidigt und gegebenenfalls auch negative Konsequenzen in Kauf nimmt, um nach seinen Vorstellungen und sich selbst treubleibend zu handeln und leben. Ein Querdenker, jemand, der nicht mit dem Strom schwimmt, kein unreflektierter Ja-Sager, jemand, der auch mal aneckt, weil er sich vielleicht nicht immer an die gesellschaftlichen Regeln und Normen hält. Insgesamt war für mich der Begriff mit positiven Attributen belegt. Dieser Überzeugung war ich so lange, bis ich eines Tages wieder einen Franzosen sagen hörte: Wir sind alle solche Individualisten, zum Beispiel versuchen wir uns immer in der Schlage an der Supermarktkasse geschickt vorzudrängeln. »

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Stereotypen in der Werbung

Unlängst wurde im französischen Fernsehen ein sehr bemerkenswerter Werbespot für den Opel Corsa ausgestrahlt. Bemerkenswert ist dieser Spot bzw. diese Serie von Spots aus mehrererlei Gründen. Zum einen spricht der für einen Franzosen sehr deutschaussehende Opelfahrer nur deutsch. Laut dem Gesetz Toubon zur Verwendung der französischen Sprache in der Werbung (1994; nach seinem Autor Monsieur Toubon ‘Loi Toubon’ benannt) sind Werbungtreibende in Frankreich verpflichtet, die französische Sprache zu verwenden bzw. eine französische Übersetzung zu liefern. Dies führt dazu, dass man im französischen Werbefernsehen wesentlich weniger Anglizismen (oder auch andere Sprachen) als in Deutschland zu hören bekommt. Opel hält sich brav an die Gesetzesvorgabe; der gesamte Werbespot ist mit französischen Untertitel versehen. Dies ist natürlich schon deshalb sinnvoll, da nicht jeder fliessend Deutsch spricht und versteht. Nur am Ende des Spots verkündet der Deutsche stolz den Preis auf französisch mit einem nicht überhörbaren (typischen) deutschen Akzent.  Werbung Opel Corsa 111

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Ce matin encore et pour la énième fois, sur les ondes d’une radio française, j’écoutais un politique français se plaindre de la politique européenne du gouvernement allemand. Or, au lieu de parler précisément du « gouvernement allemand », il parlait des Allemands. Les Allemands ceci, les Allemands cela. Comme si la population allemande, dans sa totalité, avait décidé des mesures qu’il critiquait. D’un point de vue interculturel, cette habitude d’englober les gens dans une même entité a des conséquences fatales. Car au lieu de voir l’individu que vous avez en face de vous, vous ne voyez plus qu’une masse indistincte. En l’espace de quelques secondes, cet homme politique, quant à lui, inconsciemment, monte les uns (les Allemands) contre les autres (les Français).
D’où un simple conseil pour le bien de tous : Essayez de différencier vos propos et demandez aussi à vos collègues, vos partenaires, vos enfants de le faire. Ce sont rarement les Allemands, les Français mais bien plus un certain nombre de personnes allemandes ou françaises agissant, cela est fort possible, selon des modèles culturels français ou allemands.

Faire connaissance avec votre collaborateur allemand

Revenons au fameux couple franco-allemand et précisons que celui-ci n’est un couple que pour les Français. De fait, aucun politique allemand n’a jamais eu recours à ce terme pour caractériser la relation de travail politique ou économique entre Allemands et Français. Pour les Allemands, c’est un tandem. Différence capitale ! Alors que la notion de couple implique une relation émotionnelle avec des hauts et des bas, des moments harmonieux mais aussi conflictuels, celle de tandem, elle, évoque l’effort : celui de deux personnes s’efforçant de pédaler pour avancer, de surcroît, dans la même direction. Et pour cause ! Pour un Allemand, les sentiments n’ont pas leur place au travail. Ce qui motive une coopération, ce n’est pas l’assurance d’une sympathie réciproque. Non, l’assurance est d’un tout autre ordre. C’est celle de la qualité d’un produit que, par exemple, une entreprise allemande achètera à une entreprise française. C’est l’assurance de la compétence de collègues, dans ce cas, français, de leur savoir-faire technique ou autre.
Aussi ne vous étonnez pas d’une poignée de main qui peut être forte, même très forte de la part de votre collaborateur allemand dès qu’il sera précisément assuré de ce critère, dès que l’affaire sera conclue. Car elle signifie : Je vous fais confiance, vous m’avez convaincu de la qualité de vos produits, de votre compétence, nous pouvons débuter notre coopération. (Lire la suite…)

Quelques éléments pour les comprendre

Etrange phénomène et flagrante contradiction : alors que le Traité de l’Elysée de 1963 est à l’origine d’une multitude de contrats d’ordre culturel, politique et économique entre la France et l’Allemagne, alors que tous les jours on peut découvrir de nouvelles formes de coopération entre ces deux pays, force est de constater que les préjugés des uns sur les autres ont la vie dure mais que pourtant, et toujours selon la même logique contradictoire, rares sont ceux qui estiment utile de se préparer à une coopération entre Allemands et Français. Et cela précisément parce que nous sommes voisins, parce que nous sommes même un couple : le couple franco-allemand, tel que les politiques français ont
pris l’habitude de nommer notre longue histoire commune.

Or, en 2008, « année européenne du dialogue interculturel » telle que l’a déclarée le
Parlement européen, ce fameux couple ignore encore les différences fondamentales qui
nous caractérisent. Si cette ignorance n’était responsable que de quelques impairs lors, par
exemple, de vacances passées chez le voisin respectif, passe. Là où en revanche ces mêmes
impairs risquent de prendre une dimension nettement plus grave, là où ils risquent de
signifier la fin d’une coopération, c’est lorsque l’on touche au domaine de la collaboration
économique entre une entreprise française et une entreprise allemande.

Car c’est un fait indéniable : la façon de communiquer et de travailler d’un Allemand est à
l’opposé de celle d’un Français, de la poignée de mains à la conclusion d’un contrat. Mais
elle n’est pas forcément celle à laquelle s’attendent les Français : Allemands disciplinés,
amoureux de l’ordre, froids, qui ne savent ni rire ni faire de la bonne cuisine…..où est donc la
vérité ?