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Deutsch-französische Wirtschaftskommunikation – Das interkulturelle Blog +++ Le blog interculturel de la communication économique franco-allemande

Frankreich bleibt für deutsche Unternehmer ein interessanter Markt und Standort. Dabei kann es sich sowohl um ein Exportvorhaben als auch um eine Unternehmensgründung oder jede andere Form der Zusammen- arbeit und Marktentwicklung handeln.
Nutzen auch Sie das enorme Potenzial des französischen Marktes auch für Ihr Unternehmen und positionieren Sie sich dort erfolgreich mit Ihren Produkten und Dienstleistungen!

Mit dem „Business-Guide Frankreich“ erhalten Sie durch eine kompakte Darstellung aller Schlüsselthemen einen umfassenden Überblick zum Thema „Geschäfte in und mit Frankreich“. Gewinnen Sie zahlreiches Insiderwissen und Praxistipps der erfahrenen Autoren, die Ihnen eine Vielzahl neuer Möglichkeiten eröffnen werden!

Ihre Vorteile:
 Wertvolle Tipps und Hinweise zu vertrieblichen, rechtlichen und interkulturellen Problemstellungen
Pragmatische Ansätze zu allen wichtigen Fragestellungen
Anschauliche Fallbeispiele für Praktiker

 
Business-Guide Frankreich
ISBN: 978-3-8462-0212-8
2014
ca. 250 Seiten
16,5 x 24,4 cm
Buch (Softcover)
€ 39,80 inkl. MwSt.
Erscheinungstermin: 1. Quartal 2014

Natürlich auch als E-Book erhältlich. Weitere Informationen finden Sie hier.

 

Im deutsch-französischen Beratungs- und Trainingsalltag stelle ich immer wieder fest, dass das Eigen- und Fremdbild der Deutschen und der Franzosen oft stark voneinander abweichen. Ein Beispiel: Bei der Vorbereitung einer Veranstaltung in Frankreich mit deutschen und französischen Partnern, bei der es um das wirtschaftliche Modell Deutschlands gehen sollte, schlugen die Franzosen als Arbeitstitel vor « Comment expliquer le miracle allemand? » was etwa soviel heisst wie « Wie kann man das deutsche Wunder erklären? » – gemeint war der wirtschaftliche Erfolg Deutschlands. Die deutschen Partner fragten erstaunt, von welchem Wunder die Franzosen eigentlich sprächen, so rosig sei es in Deutschland in Zeiten der Krise nun auch nicht, von Wunder könne man wohl kaum sprechen. Dies wiederum passte so gar nicht zum Bild der Franzosen, das sie sich von Deutschland gemacht hatten und das einem auch fast täglich in der französischen Presse beschrieben wird – mal positiv – im Sinne von ‘Der erfolgreiche Nachbar und was wir von ihm lernen können’, mal negativ – im Sinne von Germanophobie: ‘Der wirtschaftlich starke Deutsche, der mit seiner Macht und seinem Einfluss alle anderen in den Schatten stellt und Angst macht’. (Lire la suite…)

Wer im deutsch-französisch – interkulturellen – Kontext arbeitet, kommt nicht umhin, sich mit der Kultur seines Gegenübers auseinander zusetzen. Schnell kann man Einigkeit darüber erzielen, dass die Kenntnisse über den Anderen, seiner Sprache, seiner Kultur, seiner Geschichte, seiner Wirtschaft, seiner Sitten und Gewohnheiten etc. wichtige Voraussetzungen sind, um erfolgreich miteinander zu kommunizieren und zu arbeiten. Dabei wird oftmals übersehen, dass die Kenntnisse der eigenen kulturellen Prägung, der sogenannten kulturellen Brille, durch die wir alle schauen und die Dinge sehen und interpretieren, mindestens genauso wichtig sind.

Die Diplom-Psychologin und Diplom-Religionspädagogin Dr. phil Sylvia Schroll-Machl beschreibt in dem Buch « Die Deutschen – Wir Deutsche. Fremdwahrnehmung und Selbstsicht im Berufsleben » sieben sogenannte deutsche Kulturstandards. Dazu zählen – laut der Autorin – beispielsweise Sachorientierung, Wertschätzung von Strukturen und Regeln, Zeitplanung und die Trennung von Persönlichkeits- und Lebensbereichen. (Lire la suite…)

In seiner aktuellen Werbekampagne stellt der Autohersteller Ford die Frage nach dem, was typisch für Deutschland ist. Zählen dazu Werte wie Ordnung, Genauigkeit, Perfektion und Fleiss? Oder sind es eher Dinge wie Treue, Tatkraft und Aufrichtigkeit? Und wie interpretieren die heute Zwanzig- bis Dreizigjährigen diese Werte, die doch irgendwie ein bisschen altbacken erscheinen? Auf interessante Weise wird hier mit den Klischees, was das Deutschsein ausmacht gespielt. Auch die dynamische Komponente von Kultur wird auf witzige und anschauliche Weise dargestellt. Werte und deren Interpretation ändern sich mit der Zeit.

Die Frage nach der Nationalkultur und -identität beschäftigt auch immer wieder die Franzosen. So hat der Think Tank Institut Montaigne sich vor geraumer Zeit die Frage gestellt, was es bedeutet, Franzose zu sein: Qu’est-ce qu’être français ?. Die Frage allein hat schon genügt, um für einen gewissen Aufruhr und zum Teil für Unmut unter den Franzosen zu sorgen. Kann sich ein Mensch über eine Nation und seine Staatsbürgerschaft definieren. Interessante Antworten liefern die 19 befragten Personen aus Kultur, Wirtschaft und Politik - übrigens verschiedener Nationalitäten. Und wenn man mal von der Polemik absieht, die eine solche Frage verursachen kann, ist es schon eine höchstspannende Frage, ob und wie man sich über eine Nationalkultur definieren kann, auch wenn dies sicherlich immer nur ein Mosaikstein unter vielen sein kann, wenn man so etwas wie die Identität einer Person oder einer Personengruppe erfassen will.

In Krisenzeiten und der Ära des globalen Wettbewerbs ist der Erfolgsfaktor ‘Innovation’ in aller Munde. Die allgemeine Überzeugung ist, dass Innovationsfähigkeit und Erfindunggeist in der Zukunft mehr denn je der Schlüssel für wirtschaftlichen Erfolg sein wird. Dies gilt insbesondere für den alten Kontinent Europa, der zu grossen Teilen im Preiswettbewerb mit z.B. den BRIC-Ländern nicht mehr konkurrieren kann.

Aber was heisst eigentlich Innovation? Was verstehen Deutsche darunter und was assozieren Franzosen damit? Der ehemalige EADS-Chef Louis Gallois erklärte in einem Interview, dass die Forschung und Entwicklung in Frankreich sich auf technologische Innovationen konzentriert, während er in Deutschland mit Innovation eher einen kontinuierlichen Verbesserungs- und Optimierungsprozess verbunden sieht. Konkret heisst das, in Frankreich hat man das Bestreben, etwas ganz neu zu erfinden, um als innovativ (und im besten Fall sogar als genial) zu gelten, während man in Deutschland Dinge, die man bereits gut kann, verbessert und perfektioniert.

Laut der Studie von Wellcom Index International des valeurs corporate 2013 landet der Wert Innovation denn auch auf Platz 1 der Unternehmenswerte in Frankreich, während er in Deutschland nur auf Platz 4 ist. Und was steht an erster Stelle der deutschen Unternehmenswert? Qualität! Wer hättet etwas anderes vermutet?!?

Letzte Woche stosse ich in einer Gratiszeitung, die in der Lyoner Metro verteilt wird, auf den Artikel mit dem Titel: « Entreprises. Les Allemands boudent les Français« , was soviel heisst wie: « Unternehmen. Die Deutschen schmollen mit den Franzosen. » Der Journalist gibt in dem Artikel die Ergebnisse des ‘Obsérvatoire de l’authenticité’ wieder, das von dem Kommunikationsunternehmen Makheia Group und dem Marktforschungsinstitut Occurence durchgeführt wurde. Die Forscher haben herausgefunden, dass 56% der Franzosen, die Kommunikation deutscher Unternehmen glaubhaft finden, während nur 20% der  französischen Unternehmen Gnade in den Augen der Deutschen finden. Hingegen schenken 40% der Deutschen deutschen Unternehmen ihr Vertrauen; die Franzosen gehen mit den eigenen Unternehmen und deren Kommunikation härter ins Gericht: Nur 26% der Befragten sind bereit, die heimischen Unternehmen zu verteidigen.

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Wer an Frankreich denkt, dem fallen in der Regel ‘gutes Essen’, ‘Eiffelturm’, ‘Paris’, ‘Liebe’, ‘Mode’ und ‘Romantik’ ein. Das sind zwar schöne Assoziationen, helfen aber nicht unbedingt so sehr, Frankreich im globalen Wettbewerb als leistungsfähige und innovative Industrienation zu positionieren. Das soll nun anders werden: Ende Januar 2013 fiel der Startschuss zur Schaffung einer ‘Marque France’. Gleich vier Minister und Ministerinnen haben dafür den Frankreich-Chef der Werbeagentur MacCann Philippe Lentschener und eine Expertengruppe beauftragt, bis Mai 2013 eine Konzept zur besseren Vermarktung Frankreichs vorzulegen. In Zukunft sollen innovative Spitzentechnologien und hochwertige Waren wie beispielsweise der Hochgeschwindigkeitszug TGV (Firma Alstom), Autos von Renault und Peugeot-Citroën oder auch Arzneimittel von Sanofi mit Frankreich vom Konsumenten spontan in Verbindung gebracht werden. Ob diese Strategie so aufgehen wird, wagen einige Kritiker zu bezweifeln. (Lire la suite…)

Deutsch-französisches Personalmanagement

Während man in Deutschland vom Vorgesetzten spricht und damit in der Regel, die Person meint, die landläufig auch Chef genannt wird, spricht man in Frankreich häufig vom N+1 (« N plus un »). Schon beim Vergleich und der genaueren Betrachtung dieser zwei Begriffe, wird deutlich, dass es um völlig unterschiedliche Konzepte geht. Während in Deutschland die horizontale Ebene (derjenige, der vor einem sitzt) betont wird, wird bei dem Begriff N+1 die vertikale Dimension hervorgehoben (derjenige, der eine Stufe über einem ist).

Ein Wort – zwei Interpretationen – ein grosses Missverständnis

Als ich Anfang 2000 nach Frankreich umgezogen bin, hörte ich oft, dass Franzosen über sich selbst sagten, sie seien alle Individualisten und die französische Gesellschaft sei sehr individualistisch. Dies löste bei mir zunächst Verwunderung und Befremden aus. Meine Reaktion: « Na, die sind aber doch sehr selbstbewusst und erstaunlich, dass sie sich ständig selbst so loben. » Und unbewusst sah ich schon eines meiner Vorurteile bestätigt: « Franzosen sind arrogant! »
Meine unhinterfragte Interpretation dahinter: Ein Individualist ist ein Mensch, der seine eigenen Ideen hat, für diese eintritt und sie verteidigt und gegebenenfalls auch negative Konsequenzen in Kauf nimmt, um nach seinen Vorstellungen und sich selbst treubleibend zu handeln und leben. Ein Querdenker, jemand, der nicht mit dem Strom schwimmt, kein unreflektierter Ja-Sager, jemand, der auch mal aneckt, weil er sich vielleicht nicht immer an die gesellschaftlichen Regeln und Normen hält. Insgesamt war für mich der Begriff mit positiven Attributen belegt. Dieser Überzeugung war ich so lange, bis ich eines Tages wieder einen Franzosen sagen hörte: Wir sind alle solche Individualisten, zum Beispiel versuchen wir uns immer in der Schlage an der Supermarktkasse geschickt vorzudrängeln. »

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Stereotypen in der Werbung

Unlängst wurde im französischen Fernsehen ein sehr bemerkenswerter Werbespot für den Opel Corsa ausgestrahlt. Bemerkenswert ist dieser Spot bzw. diese Serie von Spots aus mehrererlei Gründen. Zum einen spricht der für einen Franzosen sehr deutschaussehende Opelfahrer nur deutsch. Laut dem Gesetz Toubon zur Verwendung der französischen Sprache in der Werbung (1994; nach seinem Autor Monsieur Toubon ‘Loi Toubon’ benannt) sind Werbungtreibende in Frankreich verpflichtet, die französische Sprache zu verwenden bzw. eine französische Übersetzung zu liefern. Dies führt dazu, dass man im französischen Werbefernsehen wesentlich weniger Anglizismen (oder auch andere Sprachen) als in Deutschland zu hören bekommt. Opel hält sich brav an die Gesetzesvorgabe; der gesamte Werbespot ist mit französischen Untertitel versehen. Dies ist natürlich schon deshalb sinnvoll, da nicht jeder fliessend Deutsch spricht und versteht. Nur am Ende des Spots verkündet der Deutsche stolz den Preis auf französisch mit einem nicht überhörbaren (typischen) deutschen Akzent.  Werbung Opel Corsa 111

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