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Deutsch-französische Wirtschaftskommunikation – Das interkulturelle Blog +++ Le blog interculturel de la communication économique franco-allemande

Letzte Woche stosse ich in einer Gratiszeitung, die in der Lyoner Metro verteilt wird, auf den Artikel mit dem Titel: « Entreprises. Les Allemands boudent les Français« , was soviel heisst wie: « Unternehmen. Die Deutschen schmollen mit den Franzosen. » Der Journalist gibt in dem Artikel die Ergebnisse des ‘Obsérvatoire de l’authenticité’ wieder, das von dem Kommunikationsunternehmen Makheia Group und dem Marktforschungsinstitut Occurence durchgeführt wurde. Die Forscher haben herausgefunden, dass 56% der Franzosen, die Kommunikation deutscher Unternehmen glaubhaft finden, während nur 20% der  französischen Unternehmen Gnade in den Augen der Deutschen finden. Hingegen schenken 40% der Deutschen deutschen Unternehmen ihr Vertrauen; die Franzosen gehen mit den eigenen Unternehmen und deren Kommunikation härter ins Gericht: Nur 26% der Befragten sind bereit, die heimischen Unternehmen zu verteidigen.

Ob man aus derlei Studien wichtige Schlüsse für die Glaub- und Vertrauenwürdigkeit der Unternehmenskommunikation im allgemeinen und der in Deutschland oder der in Frankreich im besonderen ziehen kann, sei dahin gestellt. Interessanter erscheint mir die dahintersteckende Frage: Was macht es eigentlich aus, dass wir einander im Geschäftsleben vertrauen? Und dass es ohne dies nicht geht, ist wohl weitestgehend unstrittig. Und gibt es bei den Kriterien, die Vertrauen inspiriren, Unterschiede zwischen Deutschland und Frankreich?  Ein deutscher Interimsberater, der seit vielen Jahren in Frankreich arbeitet, sagte dazu unlängst: « Vertrauen im Geschäftsleben basiert grundsätzlich auf zwei Faktoren: der fachlichen Kompetenz und den menschlichen Qualitäten des Einzelnen. Beide Aspekte sind sowohl in Deutschland als auch in Frankreich wichtig. Nur die Gewichtung ist anders: In Deutschland steht die fachliche Kompetenz im Vordergrund, für Franzosen ist die menschliche Beziehung entscheidender für den Aufbau von Vertrauen. »

Interessante Arbeiten hat auch die Wissenschaft dazu geliefert. Christoph Barmeyer, Ulrike Mayrhofer und Caroline Mothe beschäftigen sich beispielsweise mit der Rolle des Vertrauens (« Le rôle de la confiance dans le management des rapprochements franco-allemands« ). Jean-Claude Usunier et Patrick Roger gehen der Frage nach, ob es in Deutschland um eine ‘High trust society’ und in Frankreich um eine ‘Low trust society’ handelt (« Confiance et performance: le couple franco-allemand au sein de l’Europe« ) und wie Vertrauen und Leistung zusammenhängen. Marc Willinger schliesslich, versucht einen deutsch-französischen Vergleich des Vertrauens und deren Reziprozität anhand eines empirischen Experiments (« Une comparaison franco-allemande de la confiance et de la réciprocité. Une expériementation fondée sur le jeu de l’investissement« ).

 

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