Header
Deutsch-französische Wirtschaftskommunikation – Das interkulturelle Blog +++ Le blog interculturel de la communication économique franco-allemande

In Analogie zu dem Buch des AFP-Journalisten Jean-Louis De la Vaissière, in dem er der Frage nachgeht, wer die Deutschen sind (Qui sont les Allemands? ), ist es für die Deutschen interessant, eine Antwort auf die Frage zu finden, wer denn eigentlich die französischen Nachbarn sind.

Eine mögliche Antwort auf diese Frage kann man in der neusten IPSOS Flair-Studie finden. Diese Studie erscheint seit 2005 jährlich und versucht immer wieder aufs Neue, eine Bild der französischen Gesellschaft zu zeichnen. Die Studie steht 2013 unter dem Titel: « Chocs et sanctuaires » – Schock und Refugien. Gezeichnet wird darin ein Bild einer Gesellschaft, die zerrissen zu sein scheint. Einerseits wird die Vergangenheit verherrlicht, insbesondere die sog. « 30 Glorieuses », also die 50er bis 70er Jahre, andererseits ist die französische Gesellschaft mindestens genauso krisengeschüttelt wie weite Teile der industralisierten Welt. Erhalten oder aufgeben? Schützen oder Risiken aussetzen?  Grundfragen, die laut der IPSOS-Forscher, die Franzosen bewegen.

Die Beispiele für diesen Art von Zwiespalt sind vielfältig und alltäglich: Ein Arbeitsloser, der keine weitere Arbeitlosenhilfe bekommt und sich vor einem französischen Arbeitsamt in Nantes selbst in Flammen setzt; ein Bericht über die zum Teil katastrophalen Wohnungsbedingungen der Franzosen…. Nur einige Beispiele, die illustrieren, wie schwierig es ist, das ‘Französische Modell’ des öffentlichen Dienst und der Solidarität in Zeiten von Staatsverschuldung und Budgetkürzungen zu erhalten. Für die Franzosen stellen sich Fragen wie: « Sollen wir uns der Mondialisierung widersetzen? » ‘Müssen wir die nationalen Grenzen und ‘Made in France’ wieder hochhalten? » « Sollen wir uns auf uns selbst zurückbesinnen? » « Uns schützen? » « Aus dem Euro aussteigen? » Oder sollten wir im Gegenteil, uns von manch liebgewonnenen Besonderheiten in Frankreich endlich verabschieden? Das Arbeitsrecht reformieren? Unseren Sozialstaat überdenken? » etc.

Aber die Franzosen, denen die IPSOS-Forschern den Weltmeistertitel im Pessimismus und Nostalgie verleihen, zeigen in diesen bewegten Zeiten auch andere Reaktionen: Erfindergeist, das sogenannte ‘Système D’ funktioniert wieder aufs Beste: Gegenseitige Unterstützung, das Spiel (um nicht zu sagen « Austricksen » des) mit dem System, die Nachbarschaftshilfe… Wahrscheinlich die sinnvollste Form, um den Bogen zwischen individuellem Egoismus und veraltetem Kollektivismus zu schlagen.

Weitere Informationen (auf französisch) zur sehr lesenswerten IPSOS-Studie finden Sie unter: http://www.youtube.com/watch?v=bXBMbtQwdWU 
http://www.glowbl.com/intermedia

 

 

Vous pouvez suivre les réponses à ce post à travers le RSS 2.0 Vous pouvez laisser un commentaire, ou trackback.

Laisser un commentaire

Votre adresse de messagerie ne sera pas publiée. Les champs obligatoires sont indiqués avec *

*

Vous pouvez utiliser ces balises et attributs HTML : <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>