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Deutsch-französische Wirtschaftskommunikation – Das interkulturelle Blog +++ Le blog interculturel de la communication économique franco-allemande

Neupositionierung Frankreichs: Schluss mit Liebe, Mode und Romantik!

05/03/2013 | Posté par SD dans Deutsch-französisches Marketing / Marketing franco-allemand | Selbst- & Fremdbild / La perception de soi et de l'autre | Stereoytypen / Stéreotypes

Wer an Frankreich denkt, dem fallen in der Regel ‘gutes Essen’, ‘Eiffelturm’, ‘Paris’, ‘Liebe’, ‘Mode’ und ‘Romantik’ ein. Das sind zwar schöne Assoziationen, helfen aber nicht unbedingt so sehr, Frankreich im globalen Wettbewerb als leistungsfähige und innovative Industrienation zu positionieren. Das soll nun anders werden: Ende Januar 2013 fiel der Startschuss zur Schaffung einer ‘Marque France’. Gleich vier Minister und Ministerinnen haben dafür den Frankreich-Chef der Werbeagentur MacCann Philippe Lentschener und eine Expertengruppe beauftragt, bis Mai 2013 eine Konzept zur besseren Vermarktung Frankreichs vorzulegen. In Zukunft sollen innovative Spitzentechnologien und hochwertige Waren wie beispielsweise der Hochgeschwindigkeitszug TGV (Firma Alstom), Autos von Renault und Peugeot-Citroën oder auch Arzneimittel von Sanofi mit Frankreich vom Konsumenten spontan in Verbindung gebracht werden. Ob diese Strategie so aufgehen wird, wagen einige Kritiker zu bezweifeln. So erklärt Olivier Passet vom Marktforschungsinstitut Xerfi, dass ein Slogan noch keine Strategie darstellt. Bei jeder grösseren Wirtschaftskrise (1977: Slogan: « Fabriquons français », 1994: Slogan: « Nos emplettes sont nos emplois ») kommen Politiker auf die Idee, sich wieder mehr auf die Nation und die Geographie zu konzentieren und die französische Produktion und Wirtschaft durch Werbekampagnen ankurbeln zu wollen. Prof. Jürgen Bolten von der Universität Jena vertritt die These, dass im Zeitalter der Globalisierung, Qualitätssiegel wie « Made in Germany » ohnehin obsolet geworden sind und inzwischen beispielsweise durch Siegel wie « Made by Volkswagen » ersetzt wurden. Das wiederum sehen deutsche Industrielle anders. Sie kämpfen in Brüssel dafür, dass das Label « Made in Germany » erhalten bleibt, auch für Produkte, die zum grössten Teil ausserhalb Deutschlands von deutschen Unternehmen hergestellt worden sind.
Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, sich daran zu erinnern, dass « Made in Germany » ursprünglich keine Qualitätsauszeichnung war, sondern im Jahr 1890 von den Briten eingeführt wurde, um die Konsumenten auf der Insel darauf aufmerksam zu machen, dass sie keine gute britische, sondern schlechtere deutsche Ware und Qualität kauften.

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