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Deutsch-französische Wirtschaftskommunikation – Das interkulturelle Blog +++ Le blog interculturel de la communication économique franco-allemande

Interkulturelle Kommunikation in der Werbung? Opel und Renault im Dialog!

16/11/2012 | Posté par SD dans Criticals Incidents | Deutsch-französisches Marketing / Marketing franco-allemand | Selbst- & Fremdbild / La perception de soi et de l'autre | Stereoytypen / Stéreotypes

Stereotypen in der Werbung

Unlängst wurde im französischen Fernsehen ein sehr bemerkenswerter Werbespot für den Opel Corsa ausgestrahlt. Bemerkenswert ist dieser Spot bzw. diese Serie von Spots aus mehrererlei Gründen. Zum einen spricht der für einen Franzosen sehr deutschaussehende Opelfahrer nur deutsch. Laut dem Gesetz Toubon zur Verwendung der französischen Sprache in der Werbung (1994; nach seinem Autor Monsieur Toubon ‘Loi Toubon’ benannt) sind Werbungtreibende in Frankreich verpflichtet, die französische Sprache zu verwenden bzw. eine französische Übersetzung zu liefern. Dies führt dazu, dass man im französischen Werbefernsehen wesentlich weniger Anglizismen (oder auch andere Sprachen) als in Deutschland zu hören bekommt. Opel hält sich brav an die Gesetzesvorgabe; der gesamte Werbespot ist mit französischen Untertitel versehen. Dies ist natürlich schon deshalb sinnvoll, da nicht jeder fliessend Deutsch spricht und versteht. Nur am Ende des Spots verkündet der Deutsche stolz den Preis auf französisch mit einem nicht überhörbaren (typischen) deutschen Akzent.  Werbung Opel Corsa 111

Zum anderen wunderten sich viele Franzosen darüber, dass das ‘deutsche (Wirtschafts-)Modell, das in Frankreich zwar vielfach bewundert (und manchmal auch beneidet) wird, nun anscheinend schon so populär ist, dass deutsche Autohersteller es sich leisten können, einen fast rein deutschsprachigen Spot in Frankreich auszustrahlen. Auch der Konkurrent Renault war wohl erst ein wenig überrascht, aber eine passende Antwort liess nicht lange auf sich warten. Die Franzosen stellten erstaunt und amüsiert fest, dass Renault dem deutschen Konkurrenten mit diesem Spot für den Renault Megane antwortete: Werbung Renault Megane.

Daraufhin liess Opel in der französischen Presse Anzeigen schalten, die die Verbraucher daraufhin wiesen, dass sich in der letzten Zeit wohl ein paar Imitationen auf den Bildschirmen eingeschlichen haben. Opel lehne jede Haftung für die dort propagierte Qualität ab, aber wäre wohl bereit, die französischen Modelle für den Kauf eines Opels zurückzunehmen.

Auch die Parodiesendung ‘Les Guignol’ hat sich das Autowerbethema zu eigen gemacht. Parodiert wird die Werbung mit einem Spot für einen deutschen Krankenwagen (natürlich in Topqualität), der den verletzten Franck Ribery mal wieder abtransportieren muss. Les Guignols Paraodie. Ein schönes Beispiel, wie in der Werbung ein interkultureller Dialog entstehen kann, auch wenn er mit vielen Clichés spielt.

Ein wesentlich weniger gelungenes Beispiel für Werbung, die mit Stereotypen arbeitet, lieferte dagegen vor ein paar Jahren die Firma Citroën mit dem Spot für den C5 in Grossbritannien: Citroën C5 Unmistakably German. Die Verkaufszahlen der Franzosen waren dort rückläufig. Als einen Grund dafür wurden Qualitätsmängel und das bessere technische und qualitative Image der deutschen und japanischen Autobauer benannt. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, ersann die Werbeagentur von Citroën den Spot « Unmistakably German », der nur über Satellitenfernsehen in Frankreich zu empfangen war. Was als britischer Humor rüberkommen sollte, sorgte für grosse Empörung – sowohl in Grossbritannien als auch in Frankreich.

 

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